• Studienfall: Die Verwüstung Myanmars durch Tropensturm Nargis

    Die Katastrophe von Myanmar im Spiegel
    von IC-Lunar und Mondtransit-Horoskop

    Das IC-Lunar als Prognose- und Korrekturmethode
    Bevor auf die Konstellationen in einem kurzen Abriss eingegangen wird, noch schnell eine kurzes Zurückrufen ins Gedächtnis: das IC-Lunar benötigt ein Radix-Äquivalent, damit der Übergang, der Zeitpunkt der Konjunktion des Mondes mit dem IC berechnet werden kann -  nämlich genau auf diesen Augenblick wird das Horoskop erstellt. Daher ist das IC-Lunar ausgesprochen empfindlich gegenüber Abweichungen in der "Geburtszeit". Eine Abweichung von etwa 30 Bogenmiuten am Medium Coeli, was letztlich nicht mehr bedeutet, als läppische 2 Zeitminuten Abweichung in der Geburtszeit, ahndet das IC-Lunar mit einem falschen Häusergerüst, benötigt der Mond doch schon rund 1 Stunde, um die 30 Bogenminuten zu durchlaufen. Dadurch ist das IC-Lunar aber auch eine hervorragende Methode zur Feinkorrektur jeder Radixzeit.

    Mundanprognosen ohne Radix
    Es geht aber auch anders. Wenn nämlich keine Radixzeit mehr benötigt wird, dann ist selbst die kleinste Abweichung in der Radixzeit ausgeschlossen und das IC-Lunar wird zum hocheffizienten, einfach zu handhabenden Prognosewerkzeug. Zu Beginn der 80er Jahre erforschte ich die Möglichkeiten, Mundanprognosen ohne Radixzeit erstellen zu können, da ich immer wieder über ungenaue oder konkurrierende Zeitangaben gestolpert war. Getreu dem Grundsatz, dass das, was so stört, unbedingt elimiert werden muss, suchte ich Wege, welche eine Verwendung jedweder Radixzeit in der Mundanprognostik überflüssig machen. Schließlich wurde ich fündig. Der Steinbock-Ingress ist das solare Gegenstück zum IC-Lunar und ich, sowie andere Prognostiker, dies diese Technik schon Anfang bis Mitte der 80er Jahre ausprobierten, waren verblüfft. Eigentlich ist der Grundgedanke ganz einfach. Zum Einen wurde davon ausgegangen, dass der Eintritt der Sonne in den Steinbock genau das zeigen muss, was sich über das Jahr aus der Latenz heraus manifestieren wird (Sonne-Saturn), zum Anderen bedeutet der Mondübergang über das IC dieses Ingress-Horoskops die rhythmische Hervorhebung, Auslösung dessen, was in der Materialisierungs-Tendenz des Steinbock-Ingresses angezeigt ist. So wird der Steinbock-Ingress zur Radix, zu einem für ein Jahr gültigen Radixäquivalent, welches im Rahmen dieser Prognosemethode einfacher "Basisberechnung" genannt wird. Ausgangspunkt für die astrologische Untersuchung mit dieser Technik ist stets der Ort, der im Fokus der Betrachtung liegt - normalerweise für eine Nation oder eine Region der Ort, von dem die Regierungsgewalt ausgeht. Für Deutschland wäre das früher Bonn gewesen, heute muss Berlin der Vorzug gegeben werden. Hier zeigt sich sehr eindrucksvoll, wie sich mit der Lage des Berechnungsortes auch gleich alle Horoskope ändern.

    Die Deutung des IC-Lunars und die Wahl des Feldersystems
    Wie bei jeder Radixdeutung gilt: das IC-Lunar kann nicht mehr hervorbringen, als in der Basisberechnung angezeigt ist. Besonders auffällig ist zudem, dass die Ereignisauslösung sehr oft mit der Wiederholung von Aspekten in der Basisberechnung korrespondiert. Wir kennen das bereits vom Solarhoroskop, doch treten hier in dem geschilderten Verfahren die Wiederholungsaspekte massiver auf, als das üblicher Weise der Fall ist. Hinzu kommt, dass die für sich stehenden Aspekte im IC-Lunar ebenfalls sehr aussagekräftig sind und daher mit in die Interpretation eingewoben werden müssen. Für manchen wird zudem neu sein, wie wichtig die Aspekte zu den Felderspitzen genommen werden müssen: das gilt natürlich nur für das GOHS-System, da dies mit Placidus-Feldern nicht reibungslos funktionieren kann, sind doch Felder basierend auf dem GOHS zeitlich-dynamisch, was auf die Placidus-Methode so nicht zutrifft.. Wer für polare Regionen Prognosen erstellen möchte tut gut daran, in diesen Breiten Azimut-Horoskope zu berechnen, wie dies Dr. Koch und W. Knappich vorexerziert haben (siehe Astrologische Monatshefte, Heft Nr. 3/4 von 1961), denn auch diese funktionieren mit diesem Prognosesystem verlässlich.

    Der konkrete Studienfall
    Die vorliegende Horoskop-Grafik (weiter unten, die linke Zeichnung) zeigt im Innenkreis das IC-Lunar und im Außenkreis die Basisberechnung. Der als Basisberechnung dienende Steinbock-Ingress berechnet auf Pyinmana führt zu einem MC von 07°53'51" Steinbock und einem Aszendenten von 11°03'53" Widder. Für die künftigen Prognosehoroskope, die IC-Lunare dieses Jahres müssen also demnach die exakten Mondübergänge über das IC in 07°53'51" Krebs berechnet werden. Im Außenkreis der Basisberechnung fällt das dominante Stellium von Sonne, Jupiter, Pluto und Merkur auf und dem gegenüber finden wir den Mars "radix" in Opposition. Unschwer ist zu erkennen, das der laufende Mond des IC-Lunars gerade den Mars der Radix transitiert hat und zudem mit dem laufenden Mars eine applikative Konjunktion bildet. Somit zeigt der Mond an, dass die in der Radix angelegte Opposition zwischen dem markanten Stellium und Mars aus der Latenz gehoben wird. Ebenfalls in der Radix im Außenkreis erkennen wir das Quadrat des Mondes zu Saturn. Wie bestellt wird dieses Saturn-Mond-Quadrat aktiviert durch das Sextil des Mondes zum Radixort Saturn, wie auch gleichermaßen durch das separative Sextil zum laufenden Saturn.

         Bild 1: IC-Lunar                    Bild 2: MTH
    Myanmar-IC-Lunar-Zyklon2008MTH-Zyklon-Myanmar

    Der rückläufige Saturn hat sich zudem fast der maximal mögliche Enge der Opposition zum Mondknoten der Radix genähert und löst damit die plaktische Saturn-Mondknoten-Opposition aus. Bezeichnender Weise bildet der laufende Mond des IC-Lunars ein Anderthalb-Quadrat zum laufenden Neptun und triggert in seinem ganzen Aspektgefüge nun die plaktische Saturn-Neptun-Opposition an. Es fidnet sich noch weitaus mehr, doch wenden wir nun den Blick auf die konkrete Wiederholungs des Stelliums:

    In der Radix finden wir Sonne-Pluto-Jupiter und Merkur in Konjunktion und diese gemeinsam somit in Opposition zu Mars. Im IC-Lunar im Innenkreis finden wir ein Sonne-Jupiter-Quadrat, eine Sonne-Merkur-Konjunktion, den laufenden Pluto in enger Konjunktion mit dem Jupiter der Radix und dadurch mit dem ganzen Stellium und zudem finden wir als besonders starken Aspekt  diesen laufenden Pluto im Tao (165°-Aspekt) zum Mars des IC-Lunars. Mehr zum Tao-Aspekt in meinem Artikel "Opposition und Tao"


    Das Mondtransit-Horoskop (MTH)
    Im Gegensatz zum IC-Lunar erweist sich das MTH als ausgesprochen robust, was kleinere Ungenauigkeiten in der Radixzeit betrifft. In Zeiten des Computers kann das MTH zusammengeklickt werden, ohne das ein einziger manueller Rechenschritt erforderlich wäre - zumindest gilt dies für die gängigen Astrologieprogramme, die es zulassen, das Medium Coeli in Minuten- oder Gradschritten im Horoskop zu verschieben. Besser wäre natürlich ein Klick in der Icon- oder Menüleiste, doch hat das MTH ebenso wie das IC-Lunar kaum direkte, sondern höchstens indirekte Verbreitung in den Astrologie-Programmen gefunden.

    Die Berechnung:
    Beim MTH wird das Winkelverhältnis zwischen Mond und MC der Radix im Prognosehoroskop fortgeschrieben.  Es gilt also festzustellen, welchen Abstand der Mond der Radix zum Radix-MC hat. Ferner spielt noch der Quadrant eine Rolle, denn ein Winkel von beispielsweise 168 Grad könnte sowohl vom 3. Feld als auch vom 4. Feld zum MC gebildet werden. Somit muss nicht nur der Winkelabstand stimmen, sondern der Mond muss sich auch analog zur Position im Radixquadranten im gleichen Quadranten des Prognosehoroskops wiederfinden. Da sich sowohl MC als auch der Mond rasch bewegen und keiner von beiden fest steht, kann der sekundengenaue  Zeitpunkt der Fälligkeit des MTH leider nur iterativ ermitelt werden. Das ist auf Grund der Robustheit des MTH aber nicht erforderlich, denn innerhab des MTH kommen wie beim IC-Lunar auch die gängigen Radixorben zur Anwendung, die eine Sekundentüftelei entbehrlich machen. So bleibt es also nur, den Abstand MC-Mond der Radix auf Zehntelgrade genau zu berechnen und dann per Programm die gleiche Genauigkeit im MTH wieder herzustellen. Vor dem Hintergrund, das Toleranzen, die kleiner als ein Viertelgrad sind, auf dem Bildschirm ohnehin nicht mehr zu sehen sind, ist es völlig ausreichend, sich im Rahmen dieser "optischen" Genauigkeit zu bewegen. Das erstellte MTH gilt exakt vom Augenblick der Fälligkeit bis zu dem Augenblick, an dem sich das Winkelverhältnis Mond-MC am Folgetag erneut einstellt.

    Die Deutung des MTH
    Für das MTH gilt im großen Ganzen das für das IC-Lunar Gesagte: doch neben den Wiederholungsaspekten spielt hier auch eine herausragende Rolle, welches Gestirn der Mond zuletzt transitiert hat, denn genau diese Energie bleibt aktiv bis zum nächsten Transit. Die oben beigefügte Zeichnung mag als Studienobjekt dienen. Ein ausgedeutetes Beispiel ist in meiner am 29.04.2008 veröffentlichten Prognose zum 1. Mai 2008 in Hamburg auf demPrognosefokus zu finden.

  • Die Brücke zur Wirklichkeit

    Dem 1. Beitrag in einem Blog kommt eine ganz besondere Bedeutung zu.

    Hier ist er:

    In diesem Blog mögen sich Astrologen über alles zum Thema Mundanastrologie austauschen. Ich hoffe, dass es hier lebhaft zugehen wird, dass viele Gedanken angestoßen und ausgetauscht werden und dass dieser Blog zum Gewinn für alle wird, die ihn lesen, die sich an ihm beteiligen. Die Königsdiszplin der Astrologie verdient es, in einem eigenen Blog daher zu kommen.

    Herzliche Grüße an alle Freunde
    und Kollegen!

    Hans-Werner Wolters

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